Animations‑Kurzfilm in 48 Stunden: Schwarzer Humor + Horror‑Puppenspiel im Tim‑Burton‑Stil
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Produktion eines Kurzfilms unter 3 Minuten, der auf Live‑Puppenspiel basiert – unter extrem engem Zeitrahmen und mit dem Ziel, international festivalfähig zu sein, konkret für den Wettbewerb des 48 Hours Puppet Project. Der Film entstand in Zusammenarbeit mit der PuppArt‑Darstellerin Rita Alexics.
Der Festival‑Call definierte klare Rahmenbedingungen, die die gesamte Produktionsorganisation bestimmten:
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Der Film musste zwischen 25. April, 21:00 Uhr und 27. April, 21:00 Uhr fertiggestellt werden.
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Die folgenden zufällig gezogenen Elemente mussten integriert werden: Thema, Aktion und Objekt.
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Maximale Filmlänge: 3 Minuten.
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Live‑Puppenspiel war verpflichtend.
Über das Puppentheater Puppet Laboratory kannst du hier mehr erfahren.
Wie haben wir uns auf die 48‑Stunden‑All‑in‑One‑Filmproduktion vorbereitet?
Da auch die Vorbereitungszeit vor dem Wettbewerb knapp war, stellten wir bereits vor der Anmeldung mehrere mögliche Puppensets und Requisitenpakete zusammen. Ziel war es, universell einsetzbare Bühnen‑ und Figurenvarianten zu entwickeln, mit denen wir schnell auf die gezogenen Vorgaben reagieren konnten.
Angesichts der Konkurrenz entschieden wir uns früh für die Tonalität: nicht märchenhaft, sondern Schwarzer Humor + Horror – mit klarer Referenz auf die visuelle Welt von Tim Burton.
Blooming Good Friends – Der komplette Film
Wie ist eine 48‑stündige Animationsfilm‑Produktion aufgebaut?
Vorproduktion: Story, Equipmentliste, Machbarkeit (erste 8 Stunden)
Nach der Bekanntgabe der Kriterien blieben uns exakt 48 Stunden für die vollständige Umsetzung. Gemeinsam mit der Puppenspielerin Rita Alexics (PuppArt) unterteilten wir den Prozess in drei Phasen, um Planungssicherheit zu schaffen und eine qualitativ hochwertige Kurzfilmproduktion zu ermöglichen.
- Schnelles Brainstorming auf Basis der gezogenen Begriffe (spring / plant / look).
- Zusammenstellung aller verfügbaren Mittel: Puppen, Bühnenbild, Hintergrund, Licht, Tonaufnahme.
- Machbarkeitsprüfung: Was ist innerhalb von 48 Stunden realistisch umsetzbar?
- Grobes Skript und Shotlist, um den Rhythmus nicht erst am Set zu improvisieren.
Produktion: Puppenanimation mit mobilem Studio (ca. 20 Stunden Arbeitszeit)
In der Drehphase lag der Fokus darauf, eine kalte, morbide und zugleich unterhaltsame Atmosphäre zu erzeugen.
- Puppenanimation / Performance: Bewegung, Timing, Spiel.
- Setdesign und technisches Setup: schwarzer Raum, Licht, Bühnenbild, Kamera‑ und Ton‑Workflow.
- Mobiles Studio: Einsatz eines eigenen, portablen Systems (schwarzer Hintergrund + Licht + Requisiten), das schnell umgebaut werden konnte.
Ist Kinoqualität mit einem Smartphone möglich?
Der komplette Kurzfilm wurde mit einem iPhone 15 Pro aufgenommen. Das überrascht viele, doch mit der richtigen Konfiguration liefert eine Smartphone‑Kamera heute professionelle, festivalgeeignete Bilder, die auch auf Kinoleinwänden bestehen können.
Postproduktion: Schnitt, Farbe, Ton – festivalfertiger Kurzfilm (Stunden 28–48)
In der letzten Phase ging es um Rhythmus, Atmosphäre und einen klaren Abschluss.
- Schnitt: Adobe Premiere Pro
- Farbkorrektur / Grading: DaVinci Resolve
- Hang: Ton: Sprachaufnahme mit Rita Alexics + atmosphärisches Sounddesign
- SFX: SFX: Spannungs‑ und Horrorakzente durch Geräusche, Transienten und Raumklang
- ASMR‑artige Details und Feinabstimmung der Synchronisation für intensivere Wirkung
Ziel war nicht nur ein schneller Schnitt, sondern ein Kurzfilm, der visuell konsistent ist, emotional wie inhaltlich eine klare Mini‑Story erzählt und das Publikum innerhalb von drei Minuten fesselt.
Was beweist Blooming Good Friends?
Das Projekt erreichte den 3. Platz in der Kategorie „Bester Film“ – ein klares professionelles Feedback dafür, dass Konzept, Umsetzung und Zusammenarbeit funktioniert haben.
Blooming Good Friends zeigt zudem, dass ein hochwertiger Kurzfilm heute innerhalb von 48 Stunden vollständig realisierbar ist, wenn die Produktion entlang einer klar strukturierten Pipeline erfolgt (Vorproduktion → Produktion → Postproduktion) und kreative Entscheidungen an die Umsetzbarkeit angepasst werden.
Dieses Projekt ist nicht nur ein Puppentrickfilm, sondern ein Stresstest dafür, dass:
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schnelle Entscheidungen möglich sind und der Scope kontrolliert werden kann
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ein kompletter Produktionsprozess fristgerecht durchführbar ist
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auch unter extremem Zeitdruck ein wettbewerbsfähiges Ergebnis entsteht
Wenn du einen Kreativen oder Produzenten suchst, der Kurzfilm und Videoanimation systematisch plant statt ad‑hoc umzusetzen, zeigt dieses Case Study genau diesen Ansatz.



